Sir Karl Raimund Popper (1902–1994) war ein österreichisch-britischer Philosoph, der als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts gilt. Er begründete den „Kritischen Rationalismus“ und prägte maßgeblich die Wissenschaftstheorie sowie die politische Philosophie des Liberalismus.
Wissenschaftstheorie und Falsifikation
In seinem berühmten Werk Logik der Forschung (1934) argumentierte Popper, dass wissenschaftliche Theorien niemals endgültig bewiesen (verifiziert), sondern immer nur widerlegt (falsifiziert) werden können. Ein bekanntes Beispiel ist die These „Alle Schwäne sind weiß“. Egal wie viele weiße Schwäne man beobachtet, die These ist nicht bewiesen, da bereits ein einziger schwarzer Schwan ausreicht, um sie zu widerlegen. Für Popper ist eine Theorie nur dann wissenschaftlich, wenn sie überhaupt widerlegbar ist.
Die Offene Gesellschaft
Wegen seiner jüdischen Herkunft emigrierte Popper in den 1930er-Jahren nach Neuseeland und zog später nach England. Unter dem Eindruck des Nationalsozialismus und des Stalinismus schrieb er Die offene Gesellschaft und ihre Feinde (1945). Darin verteidigte er die Demokratie, Meinungsfreiheit und Toleranz gegen jede Form von Totalitarismus und autoritärer Planwirtschaft.
Das Toleranz-Paradoxon
Berühmt ist auch seine These, dass eine tolerante Gesellschaft Intoleranz nicht uneingeschränkt dulden darf. Wenn eine Gesellschaft den Intoleranten gegenüber absolut tolerant ist, wird die Toleranz am Ende von den Intoleranten zerstört.
Die Frage, wer herrschen soll, ist falsch
Karl Popper
gestellt. Es genügt, wenn eine schlechte
Regierung abgewählt werden kann.
Das ist Demokratie.
(Philosoph / 1902 – 1994)



