Gustave de Molinari (1819–1912) war ein einflussreicher belgischer Ökonom und führende Vertreter der Laissez-faire-Schule des klassischen Liberalismus in Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er setzte sich gegen Protektionismus, Statismus, Militarismus, Kolonialismus und Sozialismus bis in die 90er Jahre am Vorabend des Ersten Weltkriegs ein.
Molinari verbrachte einen Großteil seines Lebens in Frankreich und war eine zentrale Figur der französischen Laissez-faire-Schule, stark beeinflusst von Frédéric Bastiat.
Privatisierung der Sicherheit
Seine bekannteste These formulierte er 1849 in dem Aufsatz „Produktion der Sicherheit“ (De la production de la sécurité). Darin argumentierte er, dass der Staat kein Monopol auf Justiz, Polizei und Schutz haben sollte. Stattdessen sollten private Verteidigungsagenturen und Versicherungen diese Dienstleistungen im freien Wettbewerb auf dem Markt anbieten.
Radikaler Freihandel
Gustave de Molinari plädierte konsequent für den freien Markt und lehnte staatliche Interventionen, Protektionismus, Kolonialismus und Militarismus strikt ab.
Kritik an Staat und Sozialismus
Molinari betrachtete die Ausweitung staatlicher Macht als evolutionären Rückschritt und lehnte sowohl die absolute Monarchie als auch den Sozialismus ab.
Bedeutung und Nachwirkung
Zu seinen Lebzeiten blieben er mit seinen fundamentalen Ansichten zur vollumfänglichen Abschaffung des Staatsmonopols selbst unter liberalen Mitstreitern weitgehend alleine. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er von modernen libertären Ökonomen wie Murray Rothbard und Hans-Hermann Hoppe wiederentdeckt. Die Ökonoimen sehen in Molinaris Arbeiten das theoretische Fundament für den modernen Anarchokapitalismus. Nach ihm ist zudem das „Molinari Institute“ benannt, das seine Ideen zum Markt-Anarchismus weiterführt.
Je mehr der Staat
Gustave de Molinari
wächst, desto kleiner
wird der Bürger.
(Ökonom / 1819–1912)



