Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, der vor allem als Begründer des philosophischen Pessimismus in Deutschland bekannt wurde. Er gilt als einer der wichtigsten Denker des 19. Jahrhunderts und beeinflusste spätere Größen wie Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und Thomas Mann maßgeblich.
Schopenhauer stammte aus einer wohlhabenden Danziger Kaufmannsfamilie, was ihm zeitlebens finanzielle Unabhängigkeit und ein Leben als Privatgelehrter ermöglichte. Er sah sich selbst als den einzig wahren Nachfolger und Vollender von Immanuel Kant. Bekannt war er auch für seine ausgeprägte Misanthropie (Menschenfeindlichkeit) und seine legendäre Feindschaft mit dem Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel.
Sein Hauptwerk heißt „Die Welt als Wille und Vorstellung“ (1818).
Die Welt als „Wille“
Für Schopenhauer ist die Welt im Kern kein vernünftiger Ort. Die treibende Kraft hinter allem Leben ist ein blinder, irrationaler Urwille – ein ständiges, rastloses Drängen und Begehren.
Der philosophische Pessimismus
Weil dieser Wille niemals dauerhaft befriedigt werden kann, pendelt das menschliche Leben laut Schopenhauer ständig zwischen Leiden und Langeweile. Wirkliches, dauerhaftes Glück gibt es nicht.
Wege zur Erlösung
Schopenhauer sah zwei wesentliche Möglichkeiten, dem Leiden des Daseins zeitweise oder dauerhaft zu entkommen:
Die Kunst und Musik
Beim Betrachten von Kunst oder Hören von Musik wird der Mensch kurzzeitig zum „reinen, willenslosen Subjekt“ und findet Ruhe.
Die Mitleidsethik und Askese
Durch das Erkennen des Leidens anderer entsteht echtes Mitleid. Die endgültige Überwindung des Leidens liegt für ihn in der Verneinung des Lebenswillens (ähnlich wie im Buddhismus).
Was die Herde am meisten hasst,
Arthur Schopenhauer
sind diejenigen, die anders denken.
Es ist nicht so sehr die Meinung an
sich, sondern die Kühnheit, selbst
zu denken, etwas, was sie selbst
nicht können.
(Philosoph & Hochschullehrer / 1788 – 1860)



