John Tyndall (1820–1893) war ein irischer Physiker und Naturphilosoph des 19. Jahrhunderts. Er gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftlern des viktorianischen Zeitalters und erlangte vor allem durch seine wegweisenden Arbeiten in den Bereichen Klimawissenschaft, Optik und Mikrobiologie internationale Bekanntheit.
Tyndall wurde am angesehen Royal Institution in London Professor und trat dort die Nachfolge seines engen Freundes Michael Faraday als Direktor an. Neben seiner Arbeit im Labor war er ein enthusiastischer Alpinist (1861 gelang ihm die Erstbesteigung des Weisshorns) und ein brillanter Wissenschaftskommunikator, der komplexe Themen für die breite Öffentlichkeit verständlich machte.
Warum der Himmel blau ist (Der Tyndall-Effekt)
Tyndall untersuchte die Lichtstreuung an kleinen schwebenden Partikeln in Gasen oder Flüssigkeiten (bekannt als Tyndall-Effekt). Damit erklärte er unter anderem, warum das von der Atmosphäre gestreute Licht blau erscheint und Rauch bläulich wirkt.
Tyndallisation (Sterilisation)
In der Mikrobiologie entwickelte Tyndall ein Verfahren zur fraktionierten Sterilisation. Durch wiederholtes Erhitzen und Abkühlen gelang es ihm, auch hitzeresistente Bakteriensporen abzutöten. Dies unterstützte Louis Pasteurs Keimtheorie entscheidend.
Pionier der Glasfaser-Technologie
Durch seine Experimente zur Totalreflexion von Licht in einem Wasserstrahl demonstrierte er das Prinzip der Lichtleitung, was das Fundament der heutigen Glasfaseroptik bildet.
Es ist ebenso tödlich wie feige,
John Tyndall
Tatsachen zu übersehen, nur
weil sie nicht nach unserem
Geschmack sind.
(Physiker & Naturphilosoph / 1820–1893)



