Helmut Qualtinger (1928 – 1986) war ein österreichischer Schauspieler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator. In seinem künstlerischen Schaffen hielt den Menschen unbarmherzig und radikal den Spiegel vor. Er kritisierte oft die Scheinheiligkeit, den Kleinbürger und die österreichische beziehungsweise Wiener Mentalität.
Das satirische Ein-Personen-Stück „Der Herr Karl“ war Qualtingers größter Erfolg. Hierin spielte er einen anbiedernden und opportunistischen Kleinbürger, der seine Rolle im Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit beschönigte. Er trat in zahlreichen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen auf und war für seine Lesungen (wie von den Werken Karl Kraus oder Josef Weinheber) bekannt.
1951 erlangte er internationale Popularität, als er es schaffte, eine Zeitungsente zu lancieren, in der der Wienbesuch des berühmten Eskimodichters Kobuk mit seinem Schlittenhundroman „Heia Musch Musch“ angekündigt wurde. Zahlreiche Reporter versammelten sich am 3. Juli 1951 am Wiener Westbahnhof. Dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut Qualtinger mit Pelzmantel und -mütze. Von einem Radioreporter nach seinem ersten Eindruck von Wien befragt, antwortete er: „Haaß is’“ (heiß ist’s).
Moralische Empörung
Helmut Qualtinger
ist der Heiligenschein
der Scheinheiligen.
(Schauspieler, Schriftsteller & Kabarettist / 1928 – 1986)



